Ein kurzer Abriß zur Entwicklung der Schule bis 1945:

Um 1800:     Beginn der Schulpflicht für Kinder ab dem 6. bis zum 14. Lebensjahr in der Klipp- oder Volksschule.
                    Für die Kinder wohlhabener Bürger  gab es das kostenpflichtige Gymnasium.

Um 1900:    Schulpflicht für alle Kinder ab 6 Jahren auf einer staatlichen Volksschule. Flächendeckende Einrichtung von
                   Volksschulen im ganzen Land,  u.a. Kleinstschulen in den  Dörfern mit 1 - 2 Klassen. Der Unterricht wurde
                    nach verbindlichen Lehrplänen abgehalten. Traditionell gab es staatliche höhere Schulen nur für Knaben,
                    für Mädchen nur kostenpflichtige private höhere Lehranstalten.

Ab 1918:     Es fand eine grundlegende Veränderung des kaiserlichen Schulwesens statt, hin zu einer demokratischen Reformpädagogik
                    und der Festigung des 3 - gliedrigen Schulsystems ( Volksschule - Mittelschule - Gymnasium )

Um 1933:    Mit der Machtergfreifung der Nationalsozialisten zog  sehr schnell auch nationalsozialistisches Gedankengut
                    in die Schulräume und Schulbücher ein. Begriffe wie Zucht und Ordnung  waren Bestandteil des Unterrichts. In den
                    Kriegsjahren konnte in den Städten nur noch  eingeschränkt Unterricht erfolgen, Gymnasien vergaben ein Not - Abitur.



  



    Schüler um 1900:

    Im Erwartung  einer Tracht Prügel mit dem Rohrstock.

    Der Rohrstock war das übliche Erziehungmittel in den Volksschulen

    und lag stets griffbereit  auf dem Pult.










    Eine neu erbaute Schule auf dem Land um 1930:

    In den kleinen Schulen erfolgte der Unterricht  in zwei bis vier  Klassenräumen

    Der Hauptlehrer ( Schulleiter ) wohnte häufig im Obergeschoß  und war

    angesehener Bürger des Ortes.











        Nach 1933  entstand eine neue  Schulorganisation. Der deutsche nationalsozialistische Lehrerbund
        bildete  sog. Reichsfachschaften die mit einer eigenen Zeitschrift:

        Die Neue Deutsche Schule

        das nationalsozialistische Gedankengut  festigten.


















        Stundenplan 1937:

        Der Unterricht fand von Montag bis Sonnabend, jeweils
       
        von 7.00 Uhr bis mindestens 11.35 Uhr statt.

        Das entspricht 30 Wochenstunden, die heute kaum noch erreicht werden.




































               
Ein Ausschnitt aus dem Zensurenbuch des Jahres 1922:  Betragen, Fleiß, Aufmerksamkeit und Ordnungsliebe waren wichtige
persönliche Eigenschaften und wurden entsprechend  zensiert. Die Benotung  begann mit 1 ( sehr gut )  und endete bei 5 ( ganz ungenügend)
Die Zensuren waren vom Vater ohne jede Bemerkung zu unterschreiben.








            Das Entlassungszeugnis aus dem Jahr 1913:

            Die Benotung  Betragen, Aufmerksamkeit und Fleiß sowie

            der Schulbesuch standen an erster Stelle.